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18.11.2010


Was kommt nach dem Herzinfarkt?

Bundesverband Niedergelassener Kardiologen, AstraZeneca und DAK starten „Initiative Herzbewusst“

Ein Druck in der Brust, Atemnot, Schweißausbrüche und Todesangst – das sind einige der typischen Symptome für einen Herzinfarkt. Nun zählt jede Minute. Eine schnelle und optimale Versorgung kann lebensrettend sein. Doch was kommt nach dem Infarkt? Geht das Leben weiter wie zuvor? Ein Herzinfarkt ist kein einmaliges Ereignis, das sich erledigt hat wie eine überstandene Grippe. Die Koronare Herzerkrankung bleibt lebenslang bestehen, auch wenn der Patient den akuten Infarkt gut überstanden hat. Die Gefährdung, einen weiteren Infarkt zu erleiden, ist hoch:

Eine aktuelle Auswertung des Deutschen Herzregisters belegt, dass einer von acht Patienten in Deutschland das erste Jahr nach dem Infarkt nicht überlebt.

Die Initiative „Herzbewusst – Leben nach dem Herzinfarkt“ setzt sich dafür ein, diese Zahl zu reduzieren – und zwar durch Information, Aufklärung und Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel ist es, über Veranstaltungen und die Website www.herzbewusst.de über die Erkrankung und deren Risiken aufzuklären.

So soll sich langfristig die Zahl der Menschen verringern, die im ersten Jahr nach dem Infarkt versterben.

Ins Leben gerufen wurde die bundesweite Initiative vom forschenden Arzneimittelunter­nehmen AstraZeneca und dem Bundes­verband Niedergelassener Kardiologen (BNK) in Kooperation mit  der DAK. Mit einer Installation am Ostbahnhof Berlin, die die alarmierend hohe Todesrate veranschaulichte und einen „Herzinfarktrisiko-Check“ für Interessierte anbot, ist „Herzbewusst“ am 16. November gestartet. „Dass immer noch so viele Menschen im ersten Jahr nach dem Infarkt sterben, zeigt, wie viele sich der Gefährdung nicht bewusst sind“, sagt Dr. Kai Richter, Medizinischer Direktor, AstraZeneca.  „Mit ‚Herzbewusst‘ möchten wir die Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, dass ein Herzinfarkt kein kurzfristiges Gesundheitsproblem ist, sondern das Leben des Patienten langfristig beeinflusst.“ Eine aktuell veröffentlichte Studie der DAK zeigt, dass sich die Initiative einer gegenwärtigen Problematik annimmt:

Obwohl schwere Herzkrankheiten mit Abstand die häufigste Todesursache in Deutschland sind, werden bösartige Tumore von den Deutschen als größte Bedrohung empfunden.

Der Herzinfarkt rangiert lediglich auf Platz fünf der am meisten gefürchteten Todesursachen.2 „Wir möchten die Aufmerksamkeit auf die Patienten richten, die bereits einen Herzinfarkt hatten und dafür sensibilisieren, selbst aktiv zu werden, um das Langzeitrisiko zu senken“, so Dr. Franz Goss, stellvertretender Bundesvorsitzender des BNK. Konkret verweist Goss auf einen gesunden und aktiven Lebensstil sowie die konsequente Einnahme der verordneten Medikamenten, um so einem weiteren Infarkt vorzubeugen.

 „Die DAK engagiert sich bereits seit langem mit innovativen Gesundheitsprogrammen besonders für Patienten mit Herzerkrankungen“, erklärt Professor Dr. h.c. Herbert Rebscher, Vorstandsvorsitzender der DAK. „Unser Angebot ‚Gezielt bewegen – Fitness stärken‘ richtet sich speziell an Menschen mit KHK. Das DAK- Spezialisten-Netzwerk ‚Herz im Takt‘ errang den Innovationspreis im Deutschen Gesundheitswesen. Die Initiative ‚Herzbewusst‘ passt insofern ideal zu unseren Versorgungsmanagement.“

Der Patient im Mittelpunkt

Um die Situation der Betroffenen nachhaltig zu verbessern, setzen sich die Initiatoren auch für eine optimierte Zusammen­arbeit in der Patientenver­sorgung ein. „Wir haben als niedergelassene Kardiologen kein Nachfrageproblem – wir haben in Deutschland ein Versorgungsproblem.“, so Goss. „Wir brauchen aufgeklärtere Patienten verbunden mit noch besserer Nutzung der vorhandenen Ressourcen, die den Prozess von der Klinik über die Reha hin zur hausärztlichen Führung mit fachärztlicher Begleitung definieren. Der Patient selbst muss dabei im Mittelpunkt all unserer Aktivitäten stehen.“

„‘Herzbewusst‘ soll neben der Information und Aufklärung einen Anstoß geben, nachzudenken“, ergänzt Kai Richter, „Es gibt bereits viele sehr gute Angebote zur Patienteninformation, auch auf  diese möchten wir mit ‚Herzbewusst‘ die Aufmerksamkeit lenken.“

Für 2011 planen der BNK und AstraZeneca in Kooperation mit der DAK Weiterbildungsangebote für Fach­kreise zum Thema Akutes Koronarsyndrom. Schwerpunktthema für Interessierte und Betroffene im nächsten Jahr ist das Thema Lebensgestaltung. An einem „Herzbewusst-Herztag“ im April 2011 werden niederge­lassene Kardiologen bundesweit über frühzeitige Risiko-Einschätzung und Tipps zu einer gesünderen Lebensweise informieren.

Die Problematik: 1 von 8 – häufig versagt das Herz erneut

  • Trotz verbesserter Therapieoptionen und Patientenversorgung sterben jährlich mehr als 120.000 Menschen an koronaren Herzerkrankungen
  • Dabei wird ein Herzinfarkt oft als ein einmaliges Ereignis gesehen – das Langzeitrisiko von koronaren Herzerkrankungen wird nicht immer bedacht
  • Dennoch gilt: Wer ein Akutes Koronarsyndrom überlebt hat, ist weiterhin gefährdet, denn innerhalb des ersten Jahres stirbt immer noch 1 von 8 Patienten
  • Daher lautet das Ziel: Die Sterblichkeit im ersten Jahr nach dem akuten Ereignis muss gesenkt werden
  • Um dies zu erreichen, sind verschiedene Faktoren entscheidend:
  • o       das Bewusstsein über das langfristige Risiko
  • o       die Lebensgestaltung der Betroffenen
  • o       die Zusammenarbeit zwischen Klinikern und dem niedergelassenen Bereich
  • Zielsetzung: für ein besseres Leben nach dem Infarkt
  • Patienten und die breite Öffentlichkeit dafür sensibilisieren, dass ein Herzinfarkt kein kurzfristiges, einmaliges Ereignis ist, sondern das Leben der Patienten langfristig beeinflusst und Betroffene Hochrisikopatienten bleiben
  • Wissen über die Erkrankung, Therapieoptionen und Prävention vermitteln
  • Aufmerksamkeit für die Erkrankung und ihre Risiken erzeugen, zur verbesserten Versorgung der Betroffenen beitragen, um hierüber langfristig die Zahl der Menschen zu senken, die nach dem ersten Herzinfarkt versterben

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